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Bella Stock : Bilder aus dem Leben der flämischen Fischer / von Hendrik Stock. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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rauben wollen? Warum ſeine letzten Augenblicke ihm verbittern? Aus Mitleid, erſpare ihm dieſen herzzerreißenden Beſuch!“

„Nein, ich werde nicht weinen, nicht klagen,“ ant⸗

wortete das Mädchen.„Lieber Oheim, haſt Du mich jemals geliebt, ſo gewähre mir dieſe Gnade, wofür ich Dich wie für die höchſte Wohlthat ſegnen will!“

„Aber, Bella...“

„Ich beſchwöre Dich, bei dem Haupte meines Vaters, verweigere es mir nicht!“

„Wie? Sollteſt Du noch hoffen?“ rief der Kapitän, durch das ungewöhnliche Feuer ihrer Bitte überraſcht.

„Ich will ihn tröſten,“ ſagte ſie, ohne auf dieſe Frage zu antworten;„weit entfernt, ihm ſein Ver⸗

trauen und ſeine Ruhe zu rauben, will ich ihn

ſtärken gegen den Tod. Gott hat mir geſtattet, ihn ſo lang und ſo oft zu beſchützen. Warum ſollte ich meine Sendung nicht bis zum Ende erfüllen?“

„Du biſt ein wunderliches Mädchen,“ murmelte

Louis Stock;„ſo eben verſunken in Schmerz, und nun gelaſſen und muthig!“

„Ich werde noch oft Thränen vergießen, lieber Oheim: noch lange werde ich in der Einſamkeit darüber weinen, daß ich ihn nicht gegen das unbarm⸗ herzige Geſchick zu vertheidigen vermochte; aber der Gedanke allein, daß meine Betrübniß ihm in einem ſolchen Augenblick Leid verurſachen könnte, gibt mir Stärke genug, um ihn zu ſehen, ohne ſelbſt durch den Klang meiner Stimme zu verrathen, welche blutige Wunde ich in meinem Herzen trage... Nicht wahr, guter Oheim, Du wirſt mir geſtatten, ihn noch ein⸗ mal zu ſehen, ehe er dieſe Welt verläßt?“

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