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Bella Stock : Bilder aus dem Leben der flämischen Fischer / von Hendrik Stock. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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„Geh' zu dem General, Bruder, und flehe ihn um Gnade an für Herrn von Milval; er wird Dich anhören.“

„Nein, der General vermag Nichts zu Gunſten eines Emigranten. Alle Hoffnung iſt eitel.“

„Louis, Louis,“ rief der Greis,„ſag' nicht doß es keine Hoffnung mehr gibt. Gott iſt allmächtig, und Du weißt nicht, was er beſchloſſen hat.“

Der Kapitän machte eine Bewegung der Unzu⸗ friedenheit und ſprach mit ärgerlicher Stimme:

„Du gleichfalls, Simon, vertrauſt auf die Da⸗ zwiſchenkunft einer übernatürlichen Macht, in Dingen, die ganz menſchlich ſind? Deine Einfalt betrübt mich. Verſteh' doch die Sache recht. Der General iſt ſo gut wie ich ein Diener der Republik; er muß dem Geſetz gehorchen, welches alle Emigranten zu einem unmittelbaren Tode verurtheilt. Er iſt gut und edel von Herzen; das Blut, welches nicht auf dem Schlacht⸗ feld vergoſſen wird, flößt ihm Abſcheu ein, ich weiß es; und dennoch, wenn ſein Bruder, ja wenn ſein eigener Sohn unter den Gefangenen wäre, er könnte ſeine Rettung nicht verſuchen, ohne ſeinen Generals⸗ degen, ja ſelbſt ſein Leben an einen ſolchen Verſuch zu wagen. Laß ab zu klagen; gib alle Hoffnung auf und beuge mit Geduld das Haupt unter den unver⸗ änderlichen Beſchluß des Schickſals. Du biſt Mann und Vater, Simon; Du mußt Deinem Kinde Stärke geben, nicht durch eitle Vorſpiegelungen, ſondern durch das volle Bewußtſein der Wahrheit.“

Der Greis beugte, als hätte er ſich ſchuldig er⸗ kannt, den Kopf über ſeine Tochter; zwei Thränen rollten glänzend über die Furchen ſeiner Wangen.

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