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Bella Stock : Bilder aus dem Leben der flämischen Fischer / von Hendrik Stock. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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„So großmüthig!“ murmelte Tante Klär.„Es geht über meinen Verſtand.“

„Was für ein edles Herz!“ ſeußzte Joſeph, ſich Thränen der Rührung aus dem Auge wiſchend.

„Nun, Bella, Du ſiehſt wohl, daß Du keinen Grund haſt, alſo zu erſchrecken. Lies weiter es wer⸗ den ohne Zweifel noch weitere Erklärungen auf die⸗ ſem Papier ſtehen.“

Das Mädchen, durch die Worte ihres Vaters in der That beruhigt, nahm das Papier wieder auf. Sie wollte es öffnen, aber ſie bemerkte, daß auf der Außenſeite einige Zeilen, mit Bleiſtift geſchrieben, ſtanden. Wahrſcheinlich erkannte ſie die Schrift, denn ſie ſtieß einen Laut freudiger Ueberraſchung aus und rief:

„Ah, Worte, die Herr von Milval mit eigener Hand geſchrieben hat!“

Tante Klär und Joſeph ſprangen herzu und ſchauten das Mädchen mit ängſtlicher Neugierde an.

Aber kaum hatte Bella einen Blick auf das Pa⸗ pier geworfen, ſo wandelte ſie ein heftiges Zittern an. Sie wurde todtenbleich und wankte auf ihren Beinen. Ihre Lippen bewegten ſich, aber kein Laut entſchlüpfte ihrem Munde. Endlich machte ſich ihre Stimme Luft; in ſchneidendem Tone rief ſier

„Die Franzoſen haben ihn gefangen! Er muß ſterben! Vater, Vater, ſchnell! Nach Oſtdünkirchen. Raſch, raſch, oder er iſt todt!...“

Sie zog mit Gewalt an ihres Vaters Arm; aber die Kräfte verſagten ihr, und ſie brach bewußtlos vor ſeinen Füßen zuſammen.