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ſchüttelte mich das Fieber; meine Stirne triefte von kaltem Schweiße. Zwanzigmal habe ich ihn mit durchbohrter Bruſt niederfallen ſehen; ich habe ſein Blut fließen ſehen, ich habe ſeinen Todesſchrei gehört; ſein trauriges Lebewohl hat mir das Herz zerriſſen!“
„Es ſind Träume, Bella.“
„Und ſo iſt es immerdar, Vetter. Wo ich mich befinde oder was ich thue, um meinen Kummer zu bewältigen, ich ſehe ihn allezeit vor meinen Augen, ich höre ihn ſprechen... zuweilen wende ich mich plötzlich um, in dem Gedanken, daß er mich ruft. Einmal habe ich geglaubt, ſein Geiſt ſei in meiner Nähe! Joſeph, kann die Seele eines Menſchen an einem andern Orte ſein, als wo ſein Körper ſich befindet?“
Zwei Thränen erglänzten in den Augen des Fiſchers.
„Ach, meine arme Nichte,“ klagte er mit erhobe⸗ nen Händen,„möge Gottes Güte Dich beſchirmen!“
„Du weinſt, Joſeph? Du haſt Mitleid mit meinem Schmerze, nicht wahr? Dank, Dank für Deine milde Anhänglichkeit,“ ſagte das Mädchen. „Laß Dich nicht erſchrecken; Du haſt mich getröſtet, Du haſt mir Muth gegeben; ich werde verſuchen zu hoffen.“
„Bella, Bella,“ murmelte der Fiſcher,„Du handelſt nicht, wie es recht iſt. Wenn die Beſorgniß um Deine eigene Geſundheit Dich nicht zur Vernunft bringen kann, warum vergiſſeſt Du, daß Du einen alten, blinden Vater haſt? Glaubſt Du denn, wenn er ſein Kind alſo leiden und verſchmachten ſieht, daß er nicht hundertmal mehr leidet als Du?“


