„Ei, welche Dummheit!“ murmelte Ko,„dieſen blutigen Körper auf ein Bett? Leg' ihn auf den Boden am Herde, dann wirſt Du wenigſtens nicht vergeblich Deinen Leinenzeug verderben.“
„Ich werde das Leinenzeug waſchen, Ko. Die Treppe muß er hinauf. Seid vorſichtig und ſtrengt Eure Kraft ein wenig an.“
„Auf Dein eigenes Bett willſt Du ihn legen, Bella?“
„Ich will meinen Vater nicht in ſeiner Nachtruhe tören.“ „Und Du, Bella, wo willſt Du ſchlafen?“
„Ich werde dort oben ſchon ein Plätzchen finden. Da ſteht noch die alte Bettlade von Oheim Louis. Nun, ſachte voran! Laß ihn mit dem Kopf auf das Kiſſen niederſinken. Nicht ſo! Mit der leiden⸗ den Seite nach oben Armer Menſch! Seht, er lächelt uns ſo dankbar zu.“
„Bah, er lächelt wie ein Irrſinniger,“ ſpottete Ko.„Sei üherzeugt, Bella, es ſind nur die Phan⸗ taſien eines Sterbenden. Ich verſtehe mich darauf: noch eine Stunde gebe ich ihm, und nicht mehr.“
„Jetzt laufe ich eiligſt zu Tante Klär, um mei⸗ nen Vater zu holen,“ ſprach das Mädchen.„Be⸗ wache den armen Jungen mit chriſtlicher Liebe, Ko. Und begehrt er zu trinten, dort in dem Krug ſteht friſches Waſſer
Mit dieſen Worten war ſie die Treppe hinabge⸗ eilt und im Begriff, das Haus zu verlaſſen. Sich noch einmal umwendend, ſah ſie den Strandläufer über den Körper des leidenden Jünglings gebeugt.
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