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nicht ohne Schaam, nicht ohne Beben zu ihr auf⸗ ſchauen müßte. Ich bewundere ſie; ich könnte ſie an⸗ beten, als das Abbild von Gottes unendlicher Güte; aber unwürdig, wie ich bin, darf ich das Opfer dieſes reinen und engelgleichen Weſens nicht annehmen.“
Herr Willibald, einigermaßen beruhigt, faßte von Neuem die Hand des Jünglings und ſagte:
„Mein armer Daniel, der Irrthum, der Zweifel haben noch einige Finſterniß in Ihrem Geiſte zu⸗ rückgelaſſen. Wie? Sie bewundern Celeſta's Seelen⸗ größe? Sie könnten in ihr der Güte des Herrn eine fromme Huldigung darbringen, ſagen Sie? Und, aus einem Uebermaaß von Dankbarkeit, um deren Liebe zu belohnen, wollen Sie alle ihre Hoffnung vernichten, dieſelbe unglücklich machen, ihr Leben in langen bittern Kummer verwandeln? Und um Ihrem alten Freunde Willibald zu beweiſen, daß Sie ge⸗ fühlvoll für deſſen Ergebenheit ſind, wollen Sie den⸗ ſelben mit ewiger Verzweiflung ſchlagen, und ſeine alten Tage mit Schmerz beladen?“
Der Junker ſchwieg und drückte ſtatt aller Ant⸗ wort des Greiſes Hand mit fieberiſcher Heftigkeit.
„Laſſen Sie ſich nicht verleiten durch den Hoch⸗ muth, durch dieſes falſche Gefühl von welches Sie ſo lang verblendet hat,“ fuhr Willibald in ſanftem Tone fort.„Die wahre Würde beſteht darin, Gottes Güte anzunehmen, ohne ſich mit dem Trotz des Zweifels gegen ſeine Wohlthat aufzuwerfen.
O Daniel, ich habe vor Freude gezittert, als ich Sie
von einem neuen Leben, von Ihrem wiedergewon⸗ nenen Glauben, von Ihrer Verſöhnung mit dem


