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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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die Kniee. Mit dem Blick zum Himmel rief er aus:

O, mein Gott, ich habe Dich geläſtert in Dei⸗ nem Werke! Dich geläſtert in dem Menſchen, in der Welt, in der Natur! Und während ich Deiner ſpot⸗ tete durch meinen übermüthigen Zweifel, durch meine wahnſinnige Verzweiflung, ſtellteſt Du zwei Deiner Engel auf meinen Pfad, um mich von dem Rande des Abgrundes zurückzuhalten, um mich zu retten von der greulichen Feigheit, um mich nicht vor Dir erſcheinen zu laſſen, belaſtet mit der Schuld eines Mordes! Ach, Vergebung, Vergebung, mein Gott: ich werde Buße thun...

Ein durchbohrender Schrei, ein ſchrecklicher Aus⸗ ruf ertönte hinter ſeinem Rücken.

Die Stimme erkennend, ſprang er auf, öffnete die Arme und ſtürzte mit einem Freudenſchrei vor.

Willibald, Willibald, mein Freund, mein Wohl⸗ thäter, mein Vater! rief er.

Und, alſo jubelnd, warf er ſich dem Greiſe an die Bruſt, während ein Thränenſtrom aus ſeinen Au⸗ gen brach.

Der Rentmeiſter hielt verſtummt und voll Angſt den Blick auf die Piſtole gerichtet, welche vor dem Schreibtiſche auf dem Boden lag. So ſehr erſchreckte ihn der Anblick dieſer Mordwaffe, daß er bei den Liebesbezeugungen des Junkers gleichgültig zu blei⸗ ben ſchien, und dieſer fühlte, wie der alte Mann in ſeinen Armen zitterte.

Nach einer langen Umarmung ließ Daniel den Rentmeiſter los und ſchaute, von ſeiner Kälte ſchmerz⸗ lich betroffen, ihn ernſtlich fragend an.