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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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Ha, ha, noch einen Augenblick leben! Es iſt nichts: ich werde finden, was nöthig iſt...

Mit zitternden Händen und wilder Bewegung öffnete er nach einander alle die kleinen Schubladen und Fächer des Schreibtiſches und ſtöberte fieberiſch darin herum, endlich eine Schachtel mit den Zünd⸗ käpſelchen zu finden. Die Fruchtloſigkeit ſeines Suchens entriß ihm einen Schrei der Ungeduld; ſeine Hände zuckten, die Haare ſtiegen ihm zu Berge, der kalte Schweiß perlte auf der Stirne, und jetzt ſchien er mit völligem Wahnſinn geſchlagen.

Endlich zog er auch die große Schublade heraus und ſchaute hinein, mit der ſchwachen Hoffnung, der geſuchte Gegenſtand möchte hier vielleicht ver⸗ borgen ſein.

Aber als hätte aus der Schublade heraus ein ſchrecklicher Anblick ſein Geſicht getroffen, wurde er

plötzlich bewegungslos; kein Seufzer entſchlüpfte ſei⸗

nem Buſen, der Athem ſelbſt ſchien ihm zu ſtocken. Das weit aufgeriſſene Auge auf die Lade gerichtet, ſtand er da, ſo ſtarr wie ein ſteinernes Bild.

Allmälig durchlief ein convulſiviſches Zittern alle ſeine Glieder; die Beine wankten ihm unter dem Körper; die Piſtole fiel ihm aus der Hand und auf den Boden.

Da er fühlte, daß ſeine Kräfte ihn verließen, wandte er ſich um, ging taumelnd auf einen Stuhl zu und ſank auf denſelben nieder.

In jeder Hand hielt er ein beſchriebenes Blatt Papier: die beiden Briefe, welche der Rentmeiſter in die Schublade gelegt hatte.

Als ob die Buchſtaben dieſer Blätter eine un⸗