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meine Seele die Neigung zum Guten, den Durſt nach Wahrheit, die Sehnſucht nach Freundſchaft und nach Liebe gelegt. Hätte ich nur an etwas Menſch⸗ liches glauben können; wäre ein Gefühl des Herzens, bei welchem Menſchen es ſein mochte, mir rein und uneigennützig erſchienen, ich hätte mit Unterwerfung die Laſ des Lebens getragen... aber nein, mein Herz blutet aus tauſend Wunden der Entzauberung: alles Vertrauen, alle Hoffnung iſt todt in mir: Nichts mehr als Eckel, Unmacht und Zweifel! Es iſt eine Stimme in meinem Innerſten, welche mir zuruft, daß ich eine ſchreckliche Feigheit zu begehen, daß ich Deinen gerechten Zorn auf mich zu laden im Begriff bin. Ach, ich habe den Muth nicht mehr zum Leben; mein Gehirn iſt krank; ich bin wahnſinnig. Ver⸗ gebung, Vergebung für ein armes, ſchwaches Weſen, das vor dem Uebel zurückſchreckt und ermattet und an Kraft eine letzte Zuflucht in dem Tode ucht!“
Er ſtand auf und faßte die Piſtole mit beiden Händen. Der Hahn krachte laut in dem ſtillen Zimmer.
„Es iſt gethan! Der Kampf iſt zu Ende. Fahre hin, mein Leben! Fahre hin, Du böſe, niederträchtige, ſeelenloſe Welt!“ murmelte er, die Piſtole erhebend.
Aber plötzlich hielt er inne, und ein bitteres, krankes Spottlächeln trat auf ſeine Lippen.
Er hatte jetzt erſt bemerkt, daß ſeine Piſtole, wiewohl geladen, doch mit keinem Zündkäpſelchen verſehen war, alſo beim Abdrücken ſich nicht entzün⸗ den würde. Rach dem Schreibtiſch eilend, murrte er:


