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Auge traf auf die Porträts, die in einiger Entfer⸗ nung an der Wand hingen. Dieſer Anblick verſetzte ihm einen heftigen Schlag.
„Meine Mutter!“ murmelte er.„Ach, ich habe ſie niemals gekannt. Das Vertrauen, die Liebe, die Güte ſtrahlen aus ihrem ſtillen, ruhigen Auge. Sie, ſie hat geglaubt! Hätte Gott ihr ein längeres Leben vergönnt, ſie würde ihr Kind vor der Erfahrung der entzaubernden Wahrheit geſchützt haben... WMein armer Vater! Wie glanzlos ſeine Augen, wie ver⸗ welkt ſein Angeſicht, wie bitter der Ausdruck des Kummers auf ſeinen Lippen! Er, er hat die Men⸗ ſchen gekannt! Er iſt der allgemeinen Selbſtſucht zum Raube geworden; er auch, er iſt geſtorben, mit der Schlange der Entzauberung in dem vertrock⸗ neten Buſen. geduldig, demüthig, gelaſſen wie ein Märtyrer!“
Dieſe letzten Worte hatte er in einem Ton des Zweifels geſprochen und gezittert, als ob ein ſchmerz⸗ licher Lichtſtrahl ihm plötzlich in den Geiſt gedrungen wäre.
Einen dumpfen Schrei ausſtoßend, wandte er das Auge von den Bildniſſen ſeiner Eltern ab und ſtarrte eine Weile ſchweigend auf den Boden; in⸗ zwiſchen faßte er die Piſtole krampfhaft mit der Fauſt. Bald ſchien er zu der Empfindung ſeines Zuſtandes wieder zu erwachen. Der Gedanke, welcher durch den Anblick der Porträts unterbrochen worden war, knüpfte ſich wieder an. Langſam ließ er ſich auf die Kniee nieder, ſchaute himmelwärts und ſeufzte:
„O mein Gott, vergib Deinem elenden Geſchöpfe ſeinen Wahnſinn, ſeine Verzweiflung! Du haſt in
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