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Jodokus meint, es werden ſchwere Schulden zu be⸗ zahlen ſein. Wenn Daniel ſich weigerte, mir zu folgen, oder es nicht könnte, ehe Alles zu Paris be⸗ zahlt iſt?.... Welcher Gedanke! Ich habe da noch die Diamanten von meiner ſeligen Schweſter; ſie mögen wohl zehntauſend Francs werth ſein. Die⸗ ſes dauernde Andenken aufopfern? Das einzige ſicht⸗ bare Zeichen, das mir von ihr übrig bleibt? Zu welchem ſchönern Zwecke könnte ich es gebrauchen, als zur Erweiſung einer Wohlthat? Ach, ſollte dieſes Kleinod, welches ihr gehört hat, dazu beitragen, einen armen Jüngling vom Verderben zu retten, würde meine Schweſter ſich nicht im Himmel darüber erfreuen? Was iſt ein materielles Gedächtniß im Vergleich mit der Seele, mit dem Glück, mit dem Lebensfrieden eines Menſchen? Hat Daniel's Vater mit ſeinen Opfern gezögert, um mich aus dem Ab⸗ grund der Verzweiflung emporzuheben?“
Er trat zu dem Schreibtiſch, öffnete eine Schub⸗ lade, nahm ein ledernes Etui heraus und legte es in den Koffer zu den Banknoten. Dann ſchloß er den Koffer zu, ſteckte den Schlüſſel in die Taſche, ſchaute auf die Uhr und ſank wieder auf den Stuhl.
Geraume Zeit blieb er in tiefe Betrachtungen verſunken und ſchüttelte von Zeit zu Zeit mißmuthig den Kopf. Bald jedoch ſchien er ſeine Betrübniß zu bezwingen und ſprach mit einem ſtillen Lächeln auf den Lippen:
„Aber wozu ſolchen beunruhigenden Gedanken Gehör geben? Wenn Gumbert mit dem Geld ent⸗ flohen iſt, muß ich es nicht eher als eine Gnade von dem Herrn, als ein Glück anſehen? Wäre es beſſer


