Druckschrift 
Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
Einzelbild herunterladen

252

„Er will Dich verhéirathen?“ wiederholte Jodo⸗ kus, convulſiwiſch zitternd.„Mit Francis Keukelaer?“

Darauf ſank ihm der Kopf auf die Bruſt, wäh⸗ rend er, einen Seufzer ausſtoßend, muthlos flüſterte:

„Dein Oheim hat Recht; Francis iſt ein guter Junge; Du wirſt glücklich mit ihm ſein, Barbara

„Willſt Du der Pächter von dem Gütchen ſein, Jodokus?“ fragte die Magd.

„Ich, Pächter von dem Gütchen? Wäre es auch möglich, Dein Oheim würde nicht ſo barmherzig ſein, wie Du, Barbara.“

„Mein Oheim wird mich zu Nichts zwingen, Jodokus. Wenn er ſich jetzt in den Kopf geſetzt hat, daß ich Francis Keukelaer heirathe, ſo iſt es nur ge⸗ weſen, weil Du mich verſtoßen hatteſt und abgereiſt wareſt. Komm, Jodokus, laß Alles vergeſſen ſein; werde wieder brav und gottesfürchtig wie zuvor, und erfüllen wir das Verſprechen, das wir dort unten vor der Kapelle und vor dem Kreuze einander ge⸗ geben haben.“

Wie vernichtet unter der unendlichen Güte des treuen Mädchens, ſtand Jodokus ſprachlos vor ihr.

„O, Jodokus, wir werden ſo glücklich ſein!“ jubelte Barbara.„Alles, was wir früher geträumt haben, wird noch zur Wahrheit werden. Du arbeiteſt auf dem Feld, ich beſorge das Vieh. Wir find ſtark und geſund; Gott wird unſere Arbeit ſegnen; wir werden allmälig vorwärts kommen und ſparen, bis daß die Familie ſich vermehrt. Es wird allezeit Freude ſein; wir ſingen bei der Arbeit und danken dem Himmel für ſeine Güte. Ach, mich dünkt, ich ſehe nach der Arbeit Dich bereits neben mir in der