Druckschrift 
Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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„Und zu dem Verkauf der Güter zu ſchreiten?“ „Und zu dem Verkauf der Güter, in der That; aber ich bitte Sie, Gumbert, ſeien Sie freundlich gegen den alten Rentmeiſter und behandeln Sie ihn nicht mit Härte: er war der Freund meines Vaters, er iſt es, der mich erzogen hat...“

„Bah, er oder ein anderer, darüber hat der Zu⸗ fall entſchieden. Sie glauben alſo, Sie liebe Einfalt, darum, daß der Rentmeiſter Sie erzogen habe, ſei er kein Menſch wie ein anderer? Sei er nicht gleich⸗ falls ein Sclave der angeborenen Selbſtſucht und des Eigennutzes?“

„Das iſt gleich, ich will, daß er nicht beleidigt werde!“ rief der Jüngling mit einer gewiſſen zorni⸗ gen Ungeduld in der Stimme.

„Nun wohl, nun wohl, wir werden ihn mit aller möglichen Freundlichkeit zwingen, eine klare Rechen⸗ ſchaft abzulegen. Wie lang, glauben Sie, Daniel, daß es hier zu Land dauern wird, bis man zu dem öffentlichen Verkauf ſchreiten kann?“

„Drei Wochen, einen Monat, glaube ich.“

„Das iſt lang; dieſer Aufſchub bekümmert mich über die Maßen.“

„Warum denn?“

„Ich weiß es nicht; es iſt eine unbeſtimmte, eine geheimnißvolle Beſorgniß. So eben ſprachen Sie etwas von einer Frau mit füßer Stimme. Wenn Sie ſich nun in der Zeit von einigen Wochen noch einmal von ihr bezaubern ließen?“

Ein zweifelndes Lächeln lief über Daniels Lippen.

„Jürchten Sie dieſes nicht, Gumbert,“ ſagte er; „ſeitdem ich die Frauen kennen gelernt habe, wird