57
vermuthlichen Ertrag Ihrer Güter während Ihrer Abweſenheit, nach Abrechnung der Zinſen für die aufgenommenen Anlehen. Der Schluß der Rechnung iſt demnach, daß Sie noch immer über zweihundert⸗ neunzig, das heißt in runden Ziffern, über dreihun⸗
derttauſend Francs zu gebieten haben. Ha, ha, und
Sie haſſen das Leben, und Sie verzweifeln und Sie ſollen nicht mehr die Kraft haben, zu genießen!... Wie, Sie lachen nicht bei ſo herrlichen Ausſichten?“
„Was hilft mir das Geld, Gumbert? Kann man ſich eine neue Seele dafür kaufen?“
„Fangen Sie ſchon wieder an? Bemühen Sie ſich, Ihre unſinnigen Gedanken zu bezwingen, oder ich ſpreche kein Wort mehr... Ich bin nicht ohne Beſorgniß, Daniel. Der alte Rentmeiſter ſitzt mir auf der Naſe und ſagt mir, daß wir es nicht leicht mit ihm haben werden. Der ſchlechte Burſche kann wohl auf Ihre Koſten ein Vermögen zuſammenge⸗ ſcharrt haben; und iſt die Rechnung, welche ich ſo eben machte, nicht richtig, dann ſoll er es ſein, der die Verwirrung darein gebracht hat. Laſſen Sie mich nur machen, Daniel: ich werde ihm den Dau⸗ men an die Kehle ſetzen; und, er mag wollen oder nicht, der Blutſauger ſoll den letzten Tropfen von ſich geben, den er von Ihrem Erbgut eingezogen hat.“
Daniel ſchüttelte mißbilligend den Keß
„Was wollen Sie ſagen?“ fragte der Andere, „wollen Sie den Rentmeiſter nicht Rechenſchaft über die Verwaltung und den Ertrag Ihrer Güter ab⸗ legen laſſen?“
„Das meine ich nicht, da es ja der Zweck unſerer Reiſe iſt, dieſe Rechnung genau kennen zu lernen.“


