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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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„Gumbert, Gumbert, wie glucklich ſind Sie! O, könnte ich unbeſorgt und lachend gleich Ihnen, auf dem Meere des Lebens hintreiben!“

„Sie können es, und das Mittel dazu iſt äußerſt einfach,“ antwortete der Andere, ſeinen Schritt ver⸗ kürzend.„Betrachten Sie die Welt, wie ſie iſt, und fordern Sie nicht, was dieſelbe nicht geben kann. Die Geſellſchaft iſt ein Krieg von Allen gegen Alle; ſie iſt ein Doppelſpiel mit falſchen Würfeln, worin jeder betrügt oder betrogen wird, und worin die, welche betrogen werden, ihrerſeits wieder betrügen, ſobald es ihnen möglich iſt. Wollen Sie wiſſen, welche Leute unfehlbar zur Rolle von Schlachtopfern beſtimmt ſind? Die ſchwachen Weſen, welche ſich durch den Schein der Dinge täuſchen laſſen und glauben, Tugend oder Edelmuth beſtehe darin, alle Zeit bei dem ewigen Spiel der menſchlichen Selbſt⸗ ſucht die Gefoppten zu ſein.“

„Welche Welt!“ murrte Daniel.„Es ſoll alſo Nichts geben, was man ehren und lieben kann? Keine ſittliche Wahrheit?“

„Es gibt auf Erden nichts Anderes, als was greifbar und materiell iſt: alles Uebrige iſt Wind und eitle Verblendung.“

Ein dumpfer Schrei entſchlüpfte des Jünglings Bruſt; ſeine Glieder zitterten.

„Armer Daniel,“ ſagte ſein Genoſſe,„welche Mühe koſtet es Sie, um Wahrheiten aufzufaſſen, die nichts deſto weniger ſo klar ſind?“

„O, es iſt die unerbittliche Wahrheit Ihrer Worte nicht, welche mich mit Verzweiflung ſchlägt,“ rief der