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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
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ſind darum noch nicht arm, und was der Zufall uns nahm, gibt er bei einer günſtigen Gelegenheit uns wieder.“

„Sie täuſchen ſich, Gumbert, das iſt der Grund meines Leidens nicht,“ murmelte Daniel.

„Sind Sie vielleicht krank geworden, weil Made⸗ moiſelle Aurora ſo plötzlich aus Paris verſchwunden iſt, ohne Ihnen nur Lebewohl zu ſagen?“

„Mademoiſelle Aurora war mir gleichgültig.“

„Es ſchien doch anders, Daniel. Warum über⸗ häuften Sie denn dieſelbe mit fürſtlichen Geſchenken?“

„Mein Hochmuth, mein ſinnloſer Hochmuth! Im Grunde meines Herzens fühlte ich nichts für ſie als Widerwillen und Verachtung...“

„Vielleicht hat es Sie überraſcht und ſchmerzlich berührt, daß unſere beſten Freunde, unſere Schmeich⸗ ler und hauptſächlich unſere Schmeichlerinnen uns verlaſſen haben, ſobald ſie dachten, die ſchönen Vögel haben ihre Federn verloren?“

„Es wirkte dieß Alles zuſammen,“ antwortete Daniel mit einer Art fieberiſchen Grolles;„die Falſch⸗ heit, die Selbſtſucht, die Bosheit der Menſchen; der Betrug, die Liſt und Gefühlloſigkeit der Welt: alle meine Hoffnungen vereitelt, all mein Glaube verſpot⸗ tet, all meine Liebe todt!“

Als ob Gumbert ſeine Bemühungen, Doniels Gemüth aufzuheitern, plötlich aufgegeben hätte, drehte er ſich auf den Ferſen um, ſchwang ſein Stöckchen in die Luft und begann, ein Liedchen zu ſingen.

Der Junker ſchaute eine Weile ſtillſchweigend

ſeinem luſtigen Freunde zu und ſagte dann mit

einem tiefem Seufzer: