Unerklärliches Räthſel, das mich erſchreckt! Meine Seele hat ſich in zwei verſchiedene Weſen getheilt; nahr
das eine ſteht unter dem Gebot meiner Rede und wier meines Willens; das andere iſt von mir unabhängig und denkt und handelt ohne meine Dazwiſchenkunft. meit Dieſe zwei Seelen ſtreiten in meinem Innern um die Oberhand; die heißen Kämpfe, die geheimnißvol⸗ moiſ len Stürme in meinem Herzen ſtürzen mich in fürch⸗ iſt,
terlichen Zweifel, in düſtere Troſtloſigkeit, in bren⸗ nenden Lebensüberdruß. Es wird, es muß mit
3½ meinen Leiden ein Ende nehmen! Und wenn Gott häuj mir nicht den Tod ſchenkt...“ Sein Genoſſe legte ihm die Hand auf den Mund Im und ſagte in leichtem Tone: als „Schon wieder? Ich wartete darauf; ſeit einiger Zeit iſt es der Schlußſatz von Allem, was Sie ſagen.“ beri „Aber,“ rief der Jüngling,„warum leben, wenn ler uns Alles in der Welt zuwider iſt und keine Kraft verl mehr bleibt, zu fühlen und zu genießen?“ Vög „Kommen Sie, kommen Sie, Daniel, ſpotten Sie nicht über ſich ſelbſt. Daß ein armer Teufel, Dar unter dem ſchweren Druck des Elends, ſeine Zu⸗ heit, flucht zu dieſem äußerſten und feigſten Mittel nimmt, Bet weil er den Muth nicht hat, auf beſſere Tage zu meit warten, das iſt begreiflich; aber Sie, der vielleicht tet, noch über dreihunderttauſend Francs zu verzehren hat? Es iſt zum Lachen! Sie ſind krank, ſagen Sie. Gen Seien Sie doch aufrichtig und bekennen Sie, daß er ſ Ihr Leid in nichts Anderem beſteht, als in dem in d Verdruß darüber, daß Sie an einem Abend gegen den Marquis Dellatrie Alles, was Sie beſaßen, und ſein
noch etwas mehr verloren haben. Bah, bah, Sie eine


