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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
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III.

Während die Dörfler mitten in ihrem kleinen— Orte haufenweiſe beiſammen ſtanden und über das unverſchämte Geſchwätz von Jodokus ſprachen, zogen zwei Herren, etwa eine halbe Stunde von dort ent⸗ fernt, auf der Landſtraße dahin.

Der jüngſte von beiden mochte ungefähr ſechs⸗ undzwanzig Jahre alt ſein. Er war von mittel⸗ mäßiger Geſtalt, hohem Wuchſe und ſehr zart von Gliedern. Sein Angeſicht, das ſonſt wohl den meiſten Anforderungen von Regelmäßigkeit und Schönheit entſprach, war jetzt verdüſtert und, ſo zu ſagen, von einem bittern Ausdruck des Schmerzes und der Ver⸗ zweiflung verzerrt. Auf dem Grunde ſeiner Augen leuchtete, wiewohl dieſelben anſcheinend trübe und glanzlos waren, der verborgene Funke ununterbroche⸗ nen Nachdenkens; um ſeinen Mund liefen die bittern Züge des Verdruſſes; von ſeinen niedergeſenkten Augenbraunen zogen ſich zwei Furchen über die Stirne hinauf, welche von düſterer Träumerei und vielleicht auch von nagenden Gewiſſensbiſſen ſprachen.

Den Blick zu Boden gerichtet, ſchritt der junge Mann ſchweigend auf der Straße fort, ohne daß ein anderes Zeichen, als von Zeit zu Zeit ein nervöſes Zucken ſeiner Lippen von den quälenden Betrachtun⸗ gen, welche ſeine Seele erſchütterten, Zeugniß gab.

Sein Begleiter wandelte mitten auf der Straße und pfiff in der Zerſtreuung eine Melodie aus der Oper: der Prophet. Er war beinahe noch um einen