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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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Aber die weinende Bäuerin faßte ſeine Hand und zog ihn von dem Volke hinweg, indem ſie flehend ſagte:

„Komm, Jodokus, ich bitte, ich flehe Dich an, geh' ein bischen mit mir zur Seite. Ich will Dir nur zwei Worte ſagen... O Gott, o Gott! mußte ich darum fünf Jahre warten!“

Der Knecht, über Barbara's kummervollen Ton erſtaunt, ließ ſich aus der Menge hinwegführen und ſchien ſelbſt neugierig, zu erfahren, was ſie ihm ſo geheimnißvoll zu ſagen hätte.

Als ſie ſich nun hinter der Ecke eines Hauſes allein befanden, wiſchte Barbara die Thränen aus den Augen und ſprach in dem Tone verzweifelter Entſchloſſenheit:

„Du wagſt es, meiner zu ſpotten, Jodokus? O, es iſt grauſam und niederträchtig, alſo die Liebe eines armen Mädchens zu belohnen. Lache nicht, Du reißeſt mir das Herz entzwei!“

„Ich ſoll wohl heulen und ſchreien!“ ſpottete der Diener.„Das alſo ſind die zwei Worte, die Du mir zu ſagen haſt?“

„Nein, nein, ich will es kurz machen; ich will wiſſen, ob die unglückliche Barbara verurtheilt iſt, vor Kummer zu ſterben. Jodokus, Du weißt wohl noch, was Du mir vor Deiner Abreiſe verſprochen haſt, nicht wahr? Mein Oheim will uns auf ein Hofgütchen ſetzen, mit fünf Hufen guten Landes, einem Pferde, drei Kühen... Ich habe mir etwas erſpart; er wird uns das übrige vorſchießen. Wenn wir brav arbeiten, werden wir ein gutes Auskom⸗ men haben und ein Leben führen wie zwei Engel im Paradieſe..