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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
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germeiſters. Dann folgten die Leute der Seba⸗ ſtiansgilde, voran die Muſik, beſtehend aus einer Querpfeife, einer Klarinette und einer Trommel; her⸗ nach der Fähndrich in mittelalterlicher Tracht und ſchimmernd von hellen Farben und Flittergold; zwei geſchwärzte Kinder, welche die Sclaven der Gilde vorſtellen ſollten und deren gemaltes Wappenſchild hielten; zwei weitere Kinder, als kleine Türken ver⸗ kleidet, welche einige ſilberne Löffel und Gabeln auf einem verzierten Brette trugen— wahrſcheinlich die von der Gilde gewonnenen Preiſe— und endlich einige zwanzig alte abgelebte Männer, die Remrods*) der Gemeinde, mit Bogen und Pfeil bewaffnet, ehr⸗ würdige Ueberbleibſel jenes harten und ausdauern⸗ den Geſchlechtes, welches vor Zeiten das unterdrückte Flandern auf Kortryks Gröninger Feld ſo heldenmüthig zu vertheidigen und zu rächen wußte....

Man war noch mit Ordnung des Zuges be⸗ ſchäftigt; der Feldhüter hatte ſeinen Platz verlaſſen, um in der Nähe der kleinen Neger und Türken die neugierigen Dorfbewohner zurückudrängen. als plötzlich ein Piſtolenſchuß als Signal in der Ferne ertönte und Alles mit lautem Jubel zu rufen begann:

„Da kommt er! da kommt er!“

Der Zug ſetzte ſich in Bewegung, während Klari⸗ nette, Flöte und Trommel mit großer Macht und Uebereilung einen Kriegsmarſch anſtimmten und die Luft mit Tönen erfüllten, welche die Begeiſterung der Bauern um ſo mehr erweckten, als deren Dishar⸗ monie ſelbſt den Nerven Gewalt anthat.

*) Nimrods? A. d. U.