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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
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dieſelben Menſchen; viele Kinder drückten und küßten ſeine kalten Hände; Thränen der Liebe und Freund⸗ ſchaft floſſen in der Stille um ihn herum. Er allein ſchien nicht zu trauern; mit einem ſeligen Lächeln der Dankbarkeit ſchaute er zum Himmel, zu dem ſeine Seele ihre Flügel ſich entfalten fühlte. Dann hob er noch mit einer letzten Kraftanſtrengung ſeine Hand empor, ſegnete die ſchluchzenden Kinder, ſegnete die weinenden Eltern, drückte die alte Frau, ſeine liebe treue Freundin, an das Herz und ließ nach dieſem zärtlichen Abſchied das Haupt für immer niederſin⸗ ken, während ſeine Seele, auffahrend zum Himmel rief: Dank, Dank, o mein Gott, daß Du ſie alle glücklich ſein läſſeſt, die ich geliebt habe auf Erden!“

Der Rentmeiſter ſchwieg und ſchaute zu Boden, als wäre er über die Begeiſterung beſchämt geweſen, womit er ſeine Hoffnung ausgemalt hatte. Celeſta, aufs Tiefſte gerührt, hatte ihre Augen mit der Hand bedeckt, um die Thränen zu verbergen, welche über ihre Wangen rieſelten. Frau van Berg blieb allein ihrer Bewegung einigermaßen mächtig, und ſie ge⸗ dachte wahrſcheinlich, Herrn Willibald wegen des trau⸗ rigen Endes von ſeinem Traume zurecht zu weiſen; aber ihre Aufmerkſamkeit wurde plötzlich durch einen lauten Geſang unterbrochen, der ſich unerwartet an der Straße hören ließ.

Es war eine junge Bäuerin, die hinter ihnen von einem Fußpfad auf die Hauptſtraße einlenkte und im Gehen mit ausgelaſſener Freude jubelte und ſang.

Sie war ſehr aufgeputzt und hatte augenſchein⸗ lich ihren beſten Sonntagsſtaat angelegt. Ihr Anzug

Conſecitence, Leid der Zeit. 3