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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
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„Ach, ſchweig, ſchweig', gute Tante,“ flehte das Mädchen, prich nicht von ſolchen Dingen!“

„Warum? Es iſt immer gut, wenn das Glück uns zulächelt, ſich an die trüben Stunden des Le⸗ bens zu erinnern: es gibt mehr Kraft und tiefere Empfänglichkeit für den Genuß der Freude.“

„Dieſes Mittel iſt hier überflüſſig, Frau van Berg,“ bemerkte der Rentmeiſter lächelnd.„Ich fühle wohl an mir ſelbſt, daß Fräulein Celeſta kei⸗ ner traurigen Erinnerungen bedarf, um von dem Gedanken erfreut und gerührt zu ſein, daß er viel⸗ leicht ſchon in einer halben Stunde uns jauchzend in ſeine Arme drücken wird.“

Es herrſchte nach dieſen Worten eine kurze Stille.

Das Schweigen fiel der alten Dame ſchwer, ihr Herz hatte Luft nöthig und mußte ſeine Freude aus⸗ ſtrömen.

„O, wie neugierig bin ich, ihn zu ſehen!“ rief ſie.„Er wird nun ein glänzender Kavalier gewor⸗ den ſein, voll Weltkenntniß, voll Geiſt, voll Erfah⸗ rung, und gewinnend durch die ernſte Anmuth ſei⸗ nes Benehmens und ſeiner Sprache. Als er den Wulfhof verließ, war er ein hübſcher, guter und freundlicher Junge. Wer weiß, welch ſtattlicher, welch ſchöner, ſtolzer Mann nun aus ihm geworden ſein mag? Celeſta, Celeſta, wie biſt Du ſo glücklich! Ich weiß nicht, ob ich Dich nicht beneide. Lache darüber nicht, Kind, ich liebe Daniel ebenſo ſehr als Du. Habe ich ihn nicht auf den Armen getragen und auf meinem Schooße geſchaukelt, ehe er ſprechen konnte? Habe ich dem guten Willibald nicht gehol⸗ fen, um das Kind durch Krankheit und Gefahren

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