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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
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Briefe mit ſichtbarer Ungeduld und erbrach den Um⸗ ſchlag. Kaum hatte er einen Blick auf den Inhalt geworfen, als er fröhlich zu lachen begann, ſich die Augen rieb, als zweifelte er, recht zu ſehen, und die Arme emporhob, während er ausrief:

„Dank Dir, o Gott, mein Gebet iſt erhört.“

Und zu dem Notar ſich wendend, ſagte er, vor Freude außer ſich:

„Er kommt! Er kommt! Daniel kehrt von Paris zurück.... binnen acht Tagen, die nächſte Woche, am Donnerstag!“

„Auf immer?“

„Er ſagt nichts davon; ſein Brief iſt ſehr kurz; nichts Anderes, als die Anzeige ſeiner Rückkehr auf den Wulfhof... Aber es iſt genug. Ach, wie fühle ich mich ſo glücklich. Notar, vergeben Sie mir als Freund, ich möchte hingehen, laufen, dieſe Botſchaft Celeſta überbringen. Wie wird die gute, liebevolle Celeſta ſich freuen. Leben Sie wohl, leben Sie wohl, Notar, entſchuldigen Sie mich. Bis Morgen!“

Unter dieſem Gruße ſprang er zum Zimmer hinaus und rief einem Oberknecht zu:

„Jan, gib jedem deiner Kamaraden eine Kanne altes Bier. Alle ſollen fröhlich ſein bis zum Mit⸗ tag.“

Die Arbeitsleute und Mägde ſchauten einander mit Beſtürzung und Schrecken an. Ihnen ſchien es außer Zweifel, daß der Rentmeiſter mit plötzlichem Wahnſinn geſchlagen worden war, um ſo mehr, als

er nach der Brücke lief, ohne ihnen eine weitere Er⸗

klärung zu geben. An dem Thore drehte ſich Herr Willibald um,