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unausſprechlicher Wärme. Nun, da er in den Himmel eingegangen war, wie konnte ich jemals gegen ihn die heilige Schuld der Dankbarkeit bezahlen? Ge⸗ ſchah es nicht damit, daß ich aus allen Kräften mei⸗ ner Scele das Weſen liebte, welches ihm über Alles theuer war, und worin er vor meinen Augen wieder ein neues Leben gewann? Ob ich dieſe Aufgabe mit der nothwendigen Einſicht erfüllt habe, darüber wird Gott mich richten; aber an Ergebenheit, an Liebe hat es mir nicht gefehlt! Ich habe Daniel die er⸗ ſten Worte zu ſtammeln gelehrt, ich habe über ihm gewacht, ihn erzogen, ihn unterrichtet..
„Es ſei ſo!“ ſiel der Notar ein.„Ich will gerne zugeſtehen, daß Sie dem Kinde Ihres Wohlthäters Ergebenheit ſchuldig waren; aber da er Ihre Liebe verkennt und blindlings in ſein Verderben rennt, warum ſollten Sie Ihr Leben zum Vortheil eines Undankbaren verkürzen?“
„Aber, Notar, wenn ich allein an dem, was ge⸗ ſchieht, ſchuldig wäre?
„Sie, Herr Willibald?
„Wer weiß? Bin ich bei meinen Bemühungen, Daniels Geiſt mit Kenntniſſen zu bereichern, nicht vielleicht am Ziele vorbeigeſtreift? Habe ich dadurch, daß ich mit ihm einzig von Edelmuth, von Aufopfe⸗ rung und von Seelengröße ſprach, nicht ſein Gemüth gegen die Verlockung der Welt unbewahrt gelaſſen? Wie iſt es, wenn ich es bin, der ihn nach Paris gehen hieß? Er konnte ſeine Tage in glücklicher Einfachheit auf ſeinem väterlichen Landgut beſchlie⸗ ßen, und er wünſchte nichts Anderes; aber in mei⸗ nem Hochmuth träumte ich für Daniel von Vor⸗


