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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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„Ach, Notar, klagen Sie mich doch nicht an. Was iſt zu verwundern an meiner Liebe für den armen, verirrten Jüngling? Sein ſeliger Vater war der Freund meiner Kindheit; ſpäter wurde er mein Wohlthäter und mein Retter.— Ich lief auch mit blindem Vertrauen auf meine eigene Kraft in die weite Welt hinaus. Meine Jugendjahre waren un⸗ geſtümer Art: ich verſchwendete nicht allein mein Erbtheil, ſondern erſtickte auch in meinem Herzen das Gefühl der Tugend und Pflicht ſo thöricht und auf ſo lange Zeit, daß ich machtlos, entzaubert und vor mir ſelbſt erſchreckend, kein anderes Mittel mehr ſah, um den nagenden Wurm in meinem Gewiſſen zur Ruhe zu bringen, als einen feigen Tod. Daniels Vater hat mich gerettet; ſeine uneigennützige Freund⸗ ſchaft hat mir allein wieder den Glauben an das Gute zurückgegeben. Auf dem Wulfhof fand ich Troſt, Erquickung und Ruhe für meine ermattete und niedergeſchlagene Sgele. Endlich, verſöhnt mit Gott und mit der Menſchheit, wurde ich zu einem neuen Leben geboren. Ich war erſt einige Monate auf dem Wulfhof, als die Gattin meines Retters ſtarb und ihm ein Kind von gerade einem Jahr als Pfand ihrer Liebe hinterließ. Herr van Hoogeland wurde von dieſem Schlag unglaublich tief betroffen; ſeine Geſundheit war ſchon in Folge erlittener Unglücks⸗ fälle wankend geworden. In ſeinem Teſtamente hatte er mich aufgefordert, bei ſeinem Kinde Vormundſchaft und Vaterſtelle zu übernehmen Sehen Sie, Herr Notar, meine Dankbarkeit gegen den Mann, der mich ſo liebreich aus dem Abgrund des Elends und der Verzweiflung emporgehoben hatte, war von

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