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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
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um ihr Geſellſchaft zu leiſten. Ich komme in ihrem Auftrage, Sie zu erſuchen, dieſe Stelle anzunehmen. Sie ſollen ihr Rentmeiſter ſein, den gleichen Gehalt beziehen, überall mit vollkommener Freiheit ſchalten und walten, und in der Geſellſchaft einer verſtändigen und tugendhaften Edeldame die nöthige Ruhe und ſ zur Wiederherſtellung Ihrer Geſundheit nden.“

„Und Daniel?“ fragte der Greis.

„Ueberlaſſen Sie ihn dem Schickſal, das er ſich ſelbſt mit Wiſſen und Willen bereitet hat.“

„Unmöglich, unmöglich!“ rief der Rentmeiſter mit Unwillen.„Wenn ich einer ſolchen Feigheit fähig wäre, für wen ſollte ich leben?.. Tauſend Dank, Herr Notar; bezeugen Sie, ich bitte, Frau van Eder⸗ dael meine volle Erkenntlichkeit;— aber Junker Daniel verlaſſen, nun er vom Unglück bedroht iſt?

Schon der Gedanke einer ſolchen Unmenſchlichkeit

macht mich zittern!“

Der Notar zuckte die Achſeln, während er nicht ohne Bitterkeit ſprach:

„Herr Willibald, ich ſollte mich mit Recht über die Art und Weiſe gekränkt fühlen, womit Sie mein freundſchaftliches Anerbieten von der Hand weiſen; aber Ihre unbegreifliche Liebe zu dem Verſchwender ſetzt mich in ſolches Erſtaunen, daß ich den Muth nicht habe, Ihnen einen Vorwurf zu machen.“

Es ſchien, als ob der ſcharfe Ton des Notars den alten Rentmeiſter ſchmerzlich betroffen hätte; denn er gab ſeinem Geſicht einen flehenden Ausdruck und ſprach mit auffallender Sanftmuth, aber auch mit erhöhtem Nachdruck in der Stimme:

Conſcience, Leid der Zeit. 2