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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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Ein leiſes ſchmerzliches Lächeln war die Antwort des Rentmeiſters.

„Setzen Sie ſich nieder, Herr Willibald,“ nahm der Andere wieder das Wort.„Ich will nicht von hier gehen, ohne noch einmal der Stimme meines Gewiſſens Folge zu leiſten. Welche unbegreifliche Verirrung des Gefühls hat Sie ſo mit Blindheit ge⸗ ſchlagen, daß Sie noch an dem unfehlbaren Ende von Herrn Daniels ſtrafbarem Betragen zweifeln können? Er hat jährlich uber zwanzigtauſend Francs verbraucht, als ob ſein väterliches Erbtheil unerſchöpflich wäre, während dagegen noch zwei oder drei Jahre eines ſolchen Lebens es bis auf den letzten Stüber ver⸗ ſchlungen haben werden.“

Der alte Willibald hatte den Kopf geſenkt und ſchaute zu Boden.

Eine Weile ſah ihm der Notar in dieſer Haltung zu; dann rückte er ſeinen Stuhl näher, faßte die Hand des Greiſes und ſprach:

„Hören Sie, mein Freund, ich will Ihnen ein Mittel anbieten, um allem dieſem Verdruß zu ent⸗ gehen und den Reſt Ihrer Tage in Glück und Frie⸗ den zu beſchließen.“

Der Rentmeiſter ſah den Notar mit einer Art freudiger Verwunderung an.

„Ich hätte zu allererſt davon ſprechen ſollen,“ fuhr der Notar fort,„denn deßhalb bin ich heute auf den Wulfhof gekommen. Die Sache iſt folgende: Frau van Ederdael iſt alt und kränklich, und ſie hat beſchloſſen, des Winters ihr Landgut nicht mehr zu verlaſſen. Sie wünſcht eine Perſon zu finden, die bejahrt und von guter Erziehung und Geburt iſt,

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