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hauſes ſtand, verdiente ſicher die beſchimpfende Ver⸗ dächtigung des Knechtes nicht. Wohl ſchien ſein blitzendes Auge mit ſeltſamem Ausdruck unter den Arbeitsleuten zu weilen; wohl liefen über ſeine Wan⸗ gen zwei tiefe Runzeln, durch Kummer und düſtere Gedanken eingegraben, aber es lag in ſeinem ganzen Weſen etwas ſo Edles, ſo Melancholiſches und ſelbſt ſo Sanftes, daß ein nicht voraus eingenommener Beobachter auf den erſten Blick ohne Zweifel Achtung und Mitgefühl für den leidenden Mann empfinden mußte. Wenn man nur nach ſeinem magern und verwelkten Ausſehen und nach den weißen Haaren, die in ſchneeigen Locken über ſeine Schläfe fielen, urtheilte, würde man dem Rentmeiſter leicht ſiebzig Jahre gegeben haben, obwohl er die ſechszig noch nicht erreicht hatte; aber der Glanz ſeiner Augen und ſeine feſte Haltung ſtraften die erſte Vermuthung Lügen; und es war wohl zu erſehen, daß in dem Herzen dieſes Mannes neben einem nagenden Kum⸗ mer auch ein Schatz von Muth und Seelenkraft be⸗ graben lag.
Er blieb eine Weile völlig bewegungslos auf der Schwelle des Hauſes ſtehen und ſchaute, wie in ferne Gedanken verſunken, über den Vorplatz und auf die Werkleute. Dieſe arbeiteten emſig und ſtille fort; aber es mochte wohl bei den meiſten eher ein Gefühl von Achtung als von Furcht ſein, was ſie zur eifrigen Verrichtung ihres Tagewerks antrieb.
Herr Willibald trat endlich mit langſamen Schritten auf den Vorplatz und wandelte ſchweigend zwiſchen den Arbeitern hin. Hier las er einige Korn⸗ ähren zuſammen, welche die Dreſcher hatten fallen


