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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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habgierig geworden, daß man wohl ein Engel ſein müßte, um es mit ihm auszuhalten. Er gönnt uns keinen Augenblick mehr Ruhe, er zieht uns das Brod aus dem Munde; er gibt auf den geringſten Strohhalm Acht, der verloren geht. Immer vor der Sonne auf, immer wachend bis in die Nocht; niemals zufrieden, immer ſcheltend, habſüchtig und mitleidlos, als hätte er kein Herz mehr für den armen Arbeiter.

So? hat er Dich alſo mit Worten geſtraft? fragte die Magd verwundert.Das iſt etwas Neues: er iſt nicht gewohnt, viel zu reden.

Es ſind ſeine Augen, die ich nicht vertragen kann! ſagte der Knecht.Wenn er ſo unerwartet erſcheint und mit ſeinem bleichen Geſicht, gleich einem Geiſt, ſtumm und bewegungslos mich anſieht, dann wird es mir kalt bis in die Beine; daher kommen dann ſo häßliche Träume, die mich nicht ſchlafen laſſen. Siehe, Du magſt mich auslachen oder nicht; aber daß der Rentmeiſier eine ſchreckliche Sünde auf dem Gewiſſen liegen hat, das ſollſt Du mir nicht aus dem Kopfe reden; und ich möchte nicht gern ſeiner Seele nachgehen, wenn er ſtirbt.

Die jüngſte der beiden Mägde ließ jetzt ihre Ar⸗ beit ſtehen und ſagte mit einer leichten Geringſchätzung in der Stimme:

Thomas, Du thuſt ſehr ſchlecht daran, ſo von Herrn Willibald zu ſprechen. Du ſollteſt vielmehr Mitleid mit ihm haben. Siehſt Du nicht, daß er

leider von Tag zu Tag mehr abmagert? Wenn es

ſo fortgeht, wird er nicht lange mehr leben!. Und daß er für unſern jungen Herrn Daniel ſorgt