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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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und was noch undeutlicher, ganz gegen Norden, an dem Horizonte ſich hin und her zu bewegen ſchien, war ohne Zweifel der uralte Thurm zu Harelbecke, der Ort, wo die Wiege der erſten Grafen von Flan⸗ dern geſtanden hatte.

Alſo beherrſchte der Wulfhof den ganzen Land⸗ ſtrich in der Runde, und das adelige Schloß, das vor Zeiten ſeine trotzigen Thürme emporſtreckte, glich in Wahrheit einem Neſte von Adlern, die von einem unerklimmbaren Felſen die umliegenden Thäler be⸗ wachten, bereit, auf Alles niederzuſtürzen, was deren Habgier verlockte, oder deren Uebermuth reizte.

Ein Glück für die Menſchheit, daß Weberſchiffchen, Pflug und Hammer das ſtets gezogene Schwerdt ab⸗ lösten; daß der Wulfhof und ſo viele andere mit⸗ telalterliche Burgen nunmehr von dem Lärm der Arbeit ertönten, anſtatt unter den wüſten Kriegsge⸗ ſängen zu erzittern, die nichts zu preiſen hatten, als erkauften Ruhm und grauſam vergoſſenes

t.

Eines Tages, es mag nun drei oder vier Jahre her ſein, waren die Dienſtboten nach Gewohnheit auf dem Wulfhof mit allerlei Arbeit beſchäftigt. Die zwei Kuhmägde und ein Knecht kamen gerade in den Stall, mit einem großen kupfernen Keſſel, worin ſich Futter für das Vieh befand, und deſſen Inhalt ſehr ſchwer ſein mußte; denn der Knecht und die Mägde wankten auf den Beinen und erlagen beinahe unter dem Druck der dicken Stange, woran der rieſige Keſſel hing.

Sobald ſie ihre Laſt in dem Stall niedergeſetzt hatten, begannen die Mägde tief und lang Athem