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Mutter Hiob / Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Karl Arenz
Entstehung
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166 Mutter Hiob.

Vater, lieber Vater, ſeufzte Roſina ſich ſchmeichelnd an ſeinen Hals werfend,habe doch Mitleid mit dem armen Gabriel! Er iſt ſo unglücklich geweſen.

Meiſter Hiob zuckte die Achſeln und ſagte murrend:

Wenn's nicht anders ſein kann, ſo heirathet in Gottes Namen und ſehtzu, daß esEuch etwas beſſer gehe als mir.

Ach Dank! So iſt es recht! Dank, Dank! erſcholl es durch das Zimmer.

Nach den erſten Worten der gegenſeitigen Beglückwün⸗ ſchungen, gegen welche Meiſter Hiob ſcheinbar gefühllos blieb, ſtand er wieder mit zu Boden geheſteten Augen und wie in ernſtes Nachſinnen vertieft da. Gabriel ſaß neben Roſina und ſprach ſtill mit ihr; der Notar ſah den Brauer ver⸗ wundert an.

Freund Hiob, fragte er,was liegt Euch noch auf dem Herzen, daß Ihr ſo betrübt ausſeht?

Es liegt ihm Nichts auf dem Herzen, ſagte Mutter Hiob.Er will es nicht merken laſſen, aber er iſt ſo erfreut, ſo entzückt, daß er nicht weiß, wie er es verbergen ſoll.

Entzückt! Entzückt! murmelte Meiſter Hiob.

Gewiß, und was anders? Bedenkt einmal, Notar, Ihr wißt, was für Unglücksfälle uns getroffen haben. Unſer ar⸗ mes Engelbertchen, das dort liegt und lächelt, mußte, wie wir glaubten, ſterben und ſoeben ſagt uns der Doctor, daß es geneſen wird, er bürgt ſelbſt für ſein Leben. Unſer armer Hugo ſollte unſchuldig im Gefängniß ſitzen; er würde entehrt ſein. Wir ſchienen zu einem tiefern Falle und zum Elende verurtheilt zu ſein Alles iſt beigelegt; die Ehre Hugo's iſt gerettet, er hat eine Stelle, die ihm jährlich vier

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