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Mutter Hiob / Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Karl Arenz
Entstehung
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162 Mutter Hiob.

ab. Was geſchehen iſt, muß Dir natürlich vorkommen. Ga⸗

briel hat ſeine Eltern wahrſcheinlich noch nicht geſehen; er lebt noch immer in ſeinen thörichten Gedanken. Was Wun⸗ der iſt es denn, daß er Dich ſtrafend anſieht, und mit Aerger von Dir wegläuft. Wenn er von ſeiner Mutter ver⸗ nommen haben wird, was hier während ſeiner Abweſenheit geſchehen iſt, und wie er ſich durch ſeine Einbildungskraft hat täuſchen laſſen, dann wird er Dich vielleicht ſelbſt bitten, ihm ſeinen Irrthum zu vergeben.

Ja, rief Meiſter Hiob,er ſoll nur kommen, ich werde es ihn lehren!

Er wird nicht kommen, wehklagte das Mädchen,er iſt allein aus Wispelbeke geflohen, um mich vergeſſen zu kön⸗ nen. Ich habe es wol in ſeinen Augen geſehen, daß er in ſeinem grauſamen Vorhaben glücklich geweſen iſt. Ach, Du lachſt über meinen Kummer, Mutter; aber Du ſollteſt nur wiſſen, wie es in meinem Herzen ausſieht.

Ich lache über Deine Einfalt, Roſina, wenn man gegen Jemand gleichgiltig geworden iſt dann wird man nicht bleich, wie ein Todter, dann bebt man nicht bei dem Erſcheinen De⸗ rer, die man einſt geliebt hat. Seinur gutes Muthes, glaube mir, es wird mit der Sache auch beſſer gehen, als Du meinſt.

Ein Klopfen an der Thüre unterbrach ihre tröſtende Rede.

Meiſter Hiob ſprang auf um die Thür zu öffnen; aber gleich als ob eine plötzliche Erſcheinung ihn erſchreckt hätte, wich er einige Schritte in die Stube zurück.

Gabriel! riefen Alle zugleich.

Aus meinem Hauſe, Unverſchämter! ſchrie der Brauer; entferne Dich; mein Blut beginnt zu kochen!

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