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Mutter Hiob / Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Karl Arenz
Entstehung
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Mutter Hiob.

Sage doch, Roſina, was geſchehen iſt, ftagte die Mut⸗ ter,es wird ſo ſchlimm nicht ſein.

Denke einmal, ſagte das Mädchen,ich hatte länger als eine Stunde vor dem Krerze hinter der Kirche gekniet und für Engelbertchen und für ihn gebetet. Als ich nach Hauſe gehen wollte, ſchwebte mir ſein Bild vor den Augen; ich hielt den Kopf auf die Bruſt geſenkt, denn ich trauerte über ſein Schickſal.... Da ſehe ich plötzlich Jemanden aus einem Seitenpfade näher kommen, mit unſaubern Kleidern und verworrenem Haar mein Herz fing an zu beben, ein Schrei von banger Freude entfuhr mir es war Gabriel! Ich, nicht wiſſend, was ich thue, ſtrecke die Hände aus wie eine Einfältige und laufe ihm lachend entgegen er, bleich wie der Tod, zitternd wie ein Rohr, ſchaute mich mit einem Blicke an, der mir wie ein Meſſer durch den Buſen drang; Verachtung, Hohn, Spott lachten mir aus ſeinen Augen ent⸗ gegen, ein ſchaudererregendes Murren iſt ſein grauſamer Gruß, und er läuft mit einer Geberde von mir weg, daß ich vor Schrecken zurückbebe.... O Mutter, der Schlag traf mich ſo hart, daß ich den Kopf an einen Baum lehnte, wie lange, weiß ich nicht, eine Stunde vielleicht. Alles drehte ſich um mich laß mich weinen...

Das ſoll er büßen! polterte der Brauer,daß er es in ſeinem Leben nicht wage, Dich anzuſehen! Es würde ſein Unglück ſein!

Mutter Hiob faßte die Hand ihrer Tochter und ſagte. tröſtend:

Nun, nun, liebe Roſina, Du biſt auch ſchon ein wenig ſo, wie Dein Vater. Du härmſt Dich mit Deinem Kummer Mutter Hiob. 11