160 Mutter Hiob.
„Was fehlt ihm denn noch? Er iſt ja gerettet.“
„Gerettet, gerettet!“ murmelte der unbegreifliche Mann, vielleicht, es mag ſo ſein; ich denke darüber nach, daß das Kind vor ſeiner Krankheit wohlhabend war und nun vielleicht in der Welt Armuth leiden muß.“
Mutter Hiob, durch die unbeſiegbare Unzufriedenheit ihres Ehegatten entmuthigt, ſeufzte vor ſich hin:
„Es iſt eine Plage, die auf ihm liegt. Es läßt ſich nicht ändern...
Sie näherte ſich dem Bette, faßte die Hand des Kindes und ſah es mit ſtiller, mütterlicher Wonne an. Meiſter Hiob rieb ſich unabläſſig die Stirne und dachte an den Verluſt des Erbtheils ſeiner Kinder.
Schon ſeit einiger Zeit hatte Stille in dem Gemache ge⸗ herrſcht, als Roſina weinend eintrat und auf einen Stuhl ſank, indem ſie mit verzweiflungsvoller Klage ausrief:
„Ach, ach, wie bin ich unglücklich!“
„Was hat das nun wieder zu bedeuten?“ murrte der Vater.
„Mutter, liebe, liebe Mutter,“ rief Roſina,„ich habe Ga⸗ briel geſehen.“
„Nun, Kind, um ſo beſſer!“ jauchzte die Frau,„das iſi ja eine frohe Nachricht.“
„Ach, nein, nein, er hat mir das Herz gebrochen, ich werde davon ſterben...
„Hat er Dich verhöhnt, der wahnſinnige Schwärmer?“ polterte Meiſter Hiob mit aufwallendem Zorne.„Das wollte ich ſehen! Wir ſind arm, aber daß man uns nicht auf den Kopf trete, oder ich werde zeigen, wer ich bin.“
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