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Mutter Hiob. 157
Der Brauer näherte ſich langſam und mit Mißtrauen. Doch ſobald Engelbertchen ihn ſah, ſtreckte es ſeine Händ⸗ chen aus und lallte das Wort:„Vater!“
Dieſes ergriff Meiſter Hiob ſo gewaltig, daß die Thrä⸗ nen ihm wider Willen aus den Augen ſtürzten. Er liebte Engelbertchen leidenſchaftlich und konnte bei dem Zeichen ſeines Wiederauflebens der Freude, welche ſein Herz plötz⸗ lich überwältigte, nicht widerſtehen.
Mutter Hiob bemerkte ſeine Rührung. Sie ſprang auf, legte den Arm um ſeinen Hals und ihre Thränen mit den ſeinen vermiſchend rief ſie aus:
„O, wie glücklich wir ſind! Nicht wahr?“
Meiſter Hiob nahm ſchweigend ihren Arm von ſeinem Halſe und da er ſah, daß der Arzt gehen wollte, wandte er ſich zu ihm:
„Engelbert iſt beſſer, ich ſehe es auch; aber, Doctor ſagt es nur gerade heraus, Ihr habt uns mehr Hoffnung gegeben, als der Zuſtand des Kindes geſtattet.“
„Ihr ſeid ein ſeltſamer Mann,“ antwortete der Arzt. „Als ich Euch nicht viel Gutes zu ſagen hatte, übertriebt Ihr meine Aeußerungen; jetzt, wo ich Euch eine frohe Mit⸗ theilung mache, gebt Ihr Euch Mühe, ſie nicht zu glauben. Ich würde Euch erklären können, worauf ich die Gewißheit der Geneſung Engelberts ſtütze, aber Ihr werdet weder die Sache noch die Worte begreifen. Es ſei Euch genug, daß ich, was die Krankheit betrifft, für das Leben des Kindes bürge. Morgen wird es nicht mehr im Bett bleiben wollen; hütet es noch einige Tage vor der Kälte und gewöhnt es danach allmälig an die Luft. Vor Allem laßt es des Abends


