Mutter Hiob.
„Mein Kind, mein Engelbert iſt gerettet!“ ſchrie die glückliche Frau mit erhobenen Armen.„O, Gott ſei Dank für dieſe Wohlthat! Aber, mein Herr, was Ihr da ſagt, iſt doch gewiß wahr? Ihr täuſcht mich doch nicht aus Mit⸗ leid? Iſt die Hoffnung nicht unbegründet, die Ihr mir gebt!“
„In das, was Ihr da ſagt, Doctor,“ murmelte der Brauer,„habe ich gar kein Vertrauen. Es iſt möglich, daß das Kind etwas beſſer iſt; aber Ihr könnt doch nicht wiſſen, wie es morgen damit ſein kann.“
„Allerdings,“ antwortete der Doctor,„nur Gott allein kann wiſſen, ob Ihr und ich morgen noch leben werden. Aber ich urtheile nur über die Krankheit des Kindes.“
„Und Ihr meint, daß es ſo ſchnell geſund wird? Das iſt unmöglich. Ihr täuſcht Euch und uns zugleich. Seht einmal meine Frau, wie ſie daſteht und mit den Füßen trip⸗ velt, als hätte ſie Luſt zu tanzen. Für ſie iſt ein Wort genug. Ich laſſe mich ſo leicht nicht rühren.“
„Hört nicht auf ſeine Worte, Doctor,“ rief Mutter Hiob mit ausgelaſſener Freude.„Er wird ſelbſt an der Güte Gottes zweifeln. Ihr habt Recht, mein Engelbertchen wird geſund werden. Ich glaube Euch, ich will Euch glauben, weil Ihr mir eine glückliche Nachricht bringt. O, mein Kind, mein liebes Kind Dieſer freudenvolle Augenblick über⸗ wiegt alle meine Schmerzen!“
„Sie hatte ihren Arm unter das Köpfchen des Kindes gelegt und küßte es nun mit inniger Liebe.
„Hiob, Hiob, Ungläubiger komm her,“ rief ſie,„da ſieh, es lacht, das arme Schäfchen lacht.“
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