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Mutter Hiob / Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Karl Arenz
Entstehung
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Mutter Hiob.

ſtarr angeſehen hatte, fühlte er nach deſſen Puls und legte ſelbſt das Ohr auf ſeine Bruſt; dann verhielt er ſich ſtill. Endlich weckte er das Kind, indem er es ſchüttelte und bei ſeinem Namen rief.

Mittlerweile ſchritt Meiſter Hiob durch die Stube auf und nieder. Seine Nerven waren durch dieſe lange Unter⸗ ſuchung ſehr aufgeregt und er drückte ſeine Ungeduld durch jähe Geberden aus. Schon zwei Male hatte er ſich dem Arzte genähert und jedes Mal die Frage:Und nun? an ihn ge⸗ richtet, ohne eine Antwort zu erhalten. Mutter Hiob ſtand hinter dem Doctor und folgte mit pochendem Herzen allen ſeinen Bewegungen.

Als Meiſter Hiob der fieberhaften Aufregung ſeiner Nerven nicht länger widerſtehen konnte, näherte er ſich zum dritten Male dem Bette und rief:

Ihr werdet es noch ſo weit treiben, daß ich vom Schlage gerührt werde. Sprecht, was wird daraus? Fürchtet Euch nicht. Wenn es ſterben muß, ſagt es nur.

Der Doetor ſtand auf, faßte mit dem gewöhnlichen kal⸗ ten Ausdrucke ſeines Geſichtes die Hand des Brauers und ſagte:

Proficiat, es iſt geſchehen.

Was, was iſt geſchehen? heulte Meiſter Hiob bebend. Es iſt geſchehen, und Ihr wünſcht mir Proficiat. Himmel! ich glaube, Ihr ſeid von Sinnen.

Ihr unterbrecht mich, ſagte der Doctor, indem er ſich zu Mutter Hiob wendete und gleichfalls ihre Hand faßte und ſprach:

Frau, ich wünſche Euch Glück, das Kind iſt gerettet.