148 Mutter Hiob.
welches nicht ſprechen kann, den Kopf. Ich ſollte einmal König ſein! Alle Dvetoren müßten ſich weiß kleiden und lachen und geſprächiger ſein. Ich würde ſie ſchon verhin⸗ dern, die Geſunden beben und die Kranken vor Schrecken ſterben zu laſſen. Da höre ich Jemand. Es wird der Menſchenquäler ſein. Ich weiß nicht, ob ich nicht davon⸗ laufen ſoll.“
Die alte Magd trat ein und reichte ihrem Herrn einen Brief, den der Poſtbote für ihn gebracht hatte. Meiſter Hiob las die Adreſſe und ſteckte den Brief in die Taſche, ohne ihn zu öffnen.
„Von Hugo?“ rief die Mutter erfreut.
„Ja, von Hugo,“ antwortete er,„wahrſcheinlich wieder eine ſchlechte Neuigkeit.“
„Aber das weißt Du doch nicht? Lies doch den Brief.“
„Nicht wiſſen! Was ſollte es anders ſein, als daß die dreißigtauſend Franes nicht ausgereicht haben.“
„Hiob, Hiob, Du ſagſt zuweilen, daß Du behext ſeieſt; ich werde es endlich doch glauben müſſen,“ rief ſeine Ehe⸗ gattin mit einiger Ungeduld.„Gib den Brief her, ich werde ihn leſen.“
„Haſt Du ſolche Eile, um etwas Schlimmes zu erfahren? Da ſieh doch!“
Mutter Hiob öffnete den Brief, hielt die Augen eine Weile darauf gerichtet und rief dann freudig aus:
„Ach nein, Hiob, es iſt eine gute Neuigkeit.“
„So; gewiß ſchöne Worte.“
„Höre, es wird Dich erfreuen.“ Sie las mit lauter Stimme den Brief ihres Sohnes, welcher folgendermaßen lautete:
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