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Mutter Hiob.
Unglücksſchläge über uns gekommenz aber es kann uns ſpäter auch wieder Glück zu Theil werden. Was Gott gab und was Gott nahm, kann er uns wieder zurück geben. Sieh' Dich in der ganzen Gemeinde um und Du wirſt kaum zehn Familien finden, welche ſo viel beſitzen, als uns noch übrig bleibt. Verzweifle doch nicht und ſei nicht undankbar. Wa⸗ ren wir nicht glücklich in dem Unglücke? Konnte in dieſem Augenblicke unſer armer Hugo nicht im Gefängniſſe ſitzen? Konnte unſer Engelbertchen nicht ſchon im Himmel ſein?“
„Engelbertchen!“ ſeufzte Meiſter Hiob mit ſchmerzlichem Tone.„Ach, rede nicht von meinem unglücklichen Kinde.“
„Warum? Ich weiß wol, daß das Schäſchen ſehr krank iſt; aber ſo lange noch ein Funke des Lebens glimmt, darf und muß man auf Gottes Güte vertrauen. Der Doctor ſagte ja geſtern, daß es gerettet ſei, wenn es dieſen Rückfall überſtehe.“
„Nein, er ſagte, daß es ſterben wird, wenn es heute nicht beſſer iſt.“
„Aber es iſt beſſer; ſiehſt Du nicht, daß es ſchläft? Und überdies wird ja der Doctor kommen. Er wird uns viel⸗ leicht froh machen; Du kannſt Das ja nicht wiſſen.“
„Froh machen! Der Doetor!“ murrte Meiſter Hiob. „Jedesmal, wenn ich ihn kommen ſehe, bricht mir der Angſt⸗ ſchweiß aus. Ich weiß nicht; aber unſer Doctor ſcheint ſich anzuſtrengen, um die Menſchen zu erſchrecken. Er iſt von Kopf bis zu den Füßen ſchwarz gekleidet wie ein Leichen⸗ bitter. Er tritt mit einem Geſichte in das Haus, welches ei⸗ nem lebendigen Todtenzettel gleicht, und wenn man ihn um Etwas fragt, dann ſchüttelt er ſchweigend wie ein Geſpenſt, 10
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