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Mutter Hiob / Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Karl Arenz
Entstehung
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146 Mutter Hiob.

Muth nicht ſinken. Du aber, anſtatt die Leute ergeben um ihren Beiſtand zu bitten, murrſt und verwünſcheſt Dich ſelbſt, Du ſprichſt bittere Worte und ſchiltſt auf die Menſchen im Allgemeinen. Das iſt nicht der Weg, der zum Hetzen führt und nicht das Mittel, um die Zuneigung der Leute zu ge⸗ winnen.

Der Brauer knirſchte mit den Zähnen vor Ungeduld, indem er unwillig brummte: ja, ſage es nur gerade heraus, daß ich ein Eſel und ein Dummkopf bin; es iſt ja möglich, denn es wäre gewiß ein Wunder, wenn Gott mir meinen vollen Verſtand gegeben hätte.

Das habe ich nicht gemeint; ich wollte Dich nur über⸗ zeugen, daß Du Dich ſelbſt dadurch unglücklich machſt, daß Du von allen Dingen nur die ſchlechte Seite ſiehſt.

Laß mich in Ruhe, erwiderte Meiſter Hiob, ſich auf dem Stuhle halb abwendend;ich habe keine Predigt nöthig ich wünſchte, daß ich todt wäre.

Mutter Hiob ſah ihn eine Weile ruhig an, während die Verzweiflung in ſeiner Bruſt wühlte und er einen dumpfen Laut vernehmen ließ; dann aber rückte ſie einen Stuhl näher zu ihm heran und ohne ihre Arbeit zu unterbrechen, ſagte ſie mit liebevollem Tone:

Aber, Hiob, lieber Mann, Du thuſt, als ob alle Hoff⸗ nung auf Verbeſſerung unſerer Lage verloren wäre. Ich kann mich mit aller Mühe von der Welt nicht überzeugen, daß es ſo ſchlimm mit uns ausſieht. Wir ſitzen doch in einer guten Brauerei und auf einem großen Hofe, wovon uns noch zehn⸗ tauſend Franes eigenthümlich gehören. Mit etwas Muth und vieler Sorge können wir noch zurecht kommen. Es ſind

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