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Mutter Hiob / Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Karl Arenz
Entstehung
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Mutter Hiob. 145

wenn Du die Arbeit der Geſellen nachſäheſt, und zuweilen auch einmal mit Hand anlegteſt.

So, ſo, rief Meiſter Hiob mit bitterem Spotte,wie weit wird das noch gehen! Ich werde noch um Erlaubniß bitten müſſen, um in's Haus kommen zu dürfen.

Und überdies, fuhr Mutter Hiob gelaſſen fort,wenn es Dir nicht behagt, immer in der Brauerei zu bleiben, dann gehe aus, beſuche unſere Freunde und Bekannte, theile ihnen das Unglück, das uns betroffen hat, mit und ſuche ſie zu bewegen, Bier von uns zu nehmen. Man wird uns aus Mitleid den Pfennig vergönnen, und Du wirſt we⸗ nigſtens Deine Zeit nützlich angewendet haben.

Mitleid! murmelte ihr Ehegatte,wer hat in dieſer Zeit noch Mitleid. Wenn es uns wohlgeht, dann findet man Freunde und Hülfe überall; aber für Jemand, der in Noth iſt, ſind alle Thüren verſchloſſen. Der Eigennutz iſt in gegen⸗ wärtiger Zeit die Seele der Welt.

Nein, nein, Hiob, ſo ſprechen nur Leute, welche Alles ſchwarz ſehen, wie Du. Wollte uns der Notar Styns nicht ohne Zinſen die einzigen zehntauſend Franes leihen, die er für ſeine laufenden Geſchäfte zur Verfügung hatte? Klopfte ich vergebens an die Thüre des Herrn Baron Van Hove, um eine ſo bedeutende Hülfe zu erhalten, und habe ich nicht ſelbſt faſt ohne Mühe ſeit den beiden letzten Tagen acht neue Kunden gefunden?

Ja Du; Du biſt eine Frau, und für Dich wird man wol noch Etwas thun. 2

Das iſt der Grund nicht, Hiob; aber ich ergebe mich in das Schickſal; ich erweiſe mich geduldig und laſſe den

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