Mutter Hiob.
ich kann Nichts dafür. Es muß doch Einer gewinnen, und in jedem Falle werden keine Arme und Beine dabei gebro⸗ chen ſein.“
„Ich weiß wol, daß Du nicht viel darum geben wirſt, und müßte ich vor Scham aus dem Goldnen Adler gehen,“ fiel Meiſter Hiob gegen ſie aus.„Roſfina, warum ſitzeſt Du ſo allein und ſo mürriſch da?“ fragte er ſeine Tochter,„wozu das ſaure Geſicht? Herr Walter ſitzt in einer heiteren Geſellſchaft; Hugo läuft weg und raucht Cigarren mit dem Baron, und Du kehrſt faſt unſerm Gaſte den Rücken zu. Das iſt ſehr höflich.“
Hugo's Handelsgenoſſe wollte einige Worte zu Roſina's Entſchuldigung ausſprechen, aber Meiſter Hiob ſchien nicht auf ihn zu hören und fragte, indem er den Blick auf das Kind geheftet hielt:
„Engelbertchen iſt ſo bleich! Warum läſſeſt Du das Kind ſo daſitzen, ohne mit ihm zu ſprechen? Es iſt krank.“
Unzweifelhaft hätte der Brauer ſeinem Mißmuthe noch länger durch unleidige Verweiſe Luft verſchafft, wenn der Diener der Gilde jetzt nicht von fern gerufen hätte:
„Männer vom zweiten Plotton, macht Euch fertig!“
Und Meiſter Hiob ſpannte in aller Eile ſeinen Bogen und lief, ohne weiter auf ſeine Geſellſchaft zu achten, nach dem Schießſtande. Roſina begann aus Rückſicht der Höflich⸗ keit eine Unterhaltung mit Herrn Walter und ſprach über die ſchlichte Freude der Bauern und die Ungebundenheit des Landlebens. Mutter Hiob unterhielt ſich laut mit der Katrien über die Kinder und das Scharlachfieber, welches in dem Dorfe herrſchte, jetzt aber glücklicherweiſe abzunehmen ſchien.
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