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Das eiserne Grab / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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von ſchloſſen hatte, wie ſchrecklich mußte dann für ſie upte der letzte Todeskampf nicht ſein! Denn was ihr ben⸗ ſo unzerſtörbare Ruhe und einen ſo wunderbaren Bei⸗ Muth eingeflößt hatte, war einzig die Hoffnung, oßer daß Gott der rechtmäßigen Braut die Schwäche des ihre armen jungen Mädchens vergeben werde. Sie holte der ihren letzten Athem, ihr Herz klopfte beinahe nicht tbar, mehr, die Hand des Todes lag verzehrend auf ihrer § Büſt* Muth Düſtere Gedanken, Angſt, Verzweiflung ſtanden ücken gleich Geſpenſtern mir vor den Augen, während ich, önen jeglicher Luſt zum Schlafen beraubt, neben meinem Bette ſaß und den Fußboden meines Kämmerchens der mit meinen Thränen benetzte. Ach, jeden Augen⸗ oran⸗ blick glaubte ich die Schritte von dem Boten zu nälig vernehmen, der mir die Meldung brachte:Sie iſt verde todt! Wirk⸗ Endlich, mit dem Anbruch der Morgendämmerung nken⸗ kam ein Bote. Ich ſah ihm zitternd die Worte wies vom Munde ab, denn ich zweifelte nicht, er kam hätte nur mit ſchwerem Herzen an die furchtbare Botſchaft; Lodes aber nein, er entlockte mir vielmehr einen Schrei fhör⸗ wahnſinniger Freude. Roſa lebte noch: ſie hreck⸗ befand ſich ſogar viel beſſer! Der gnädige Gott riffen hatte noch über ihr die Sonne aufgehen laſſen, n. welche unſere Heirath beſcheinen ſollte. welche Mit aller Haſt, mit neuem Muthe und geſtärktem ſtarb, Glauben, bereitete ich mich auf die feierliche Hand⸗ gt zu lung vor. Ich mußte gleichfalls mich ſchön machen e die und geſchmückt ſein gleich einem glücklichen Bräuti⸗ übniß gam ſo hatte Roſa es gewollt und ich mußte

o be⸗ mich beeilen, denn da der vorgeſchriebene Tag ge⸗