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Bruſt und ihre Arme ſchmücken würden, und von dem ſchneeweißen Blumenkranze, der auf ihrem Haupte prangen ſollte! Armes Mädchen, ſie war ein leben⸗ des Gerippe, ſie konnte ſich nicht mehr ohne Bei⸗ ſtand aus ihrem Stuhle erheben, ſie holte mit großer Mühe Athem, um etwas Weniges Luft in ihre verengten Lungen zu bringen; manchmal drohte der keuchende Huſten ſie zu erſticken; es war ſichtbar, daß ihr Körper grauſame Schmerzen litt.... und dennoch lächelte ſie und ſprach Worte von Muth und Glauben und redete mit einfältigem Entzücken von ihrem prächtigen Brautkleide und ihrer ſchönen Hochzeitskrone!
Roſa's Uebel verſchlimmerte ſich während der letzten Tage, welche unſerer Verehelichung voran⸗ gingen, ſo ſchnell, daß ihre Eltern mit mir allmälig zu der traurigen Ueberzeugung gelangten, ſie werde den gewünſchten Augenblick nicht erreichen. Wirk⸗ lich hatte ſie ſeit einer halben Woche das Kranken⸗ bett nicht mehr verlaſſen können; ihr Körper wies alle Nahrung ab, ſie athmete ſchmerzvoll, als hätte der letzte Kampf gegen die Uebermacht des Todes bereits begonnen, und ihr Schlaf wurde unaufhör⸗ lich durch nächtlichen Schweiß geſtört, dieſes ſchreck⸗ liche Zeichen, daß die Seele in der Arbeit begriffen iſt, ſich von den Banden des Leibes loszureißen.
Wie entſetzlich war für mich die Nacht, welche dem feierlichen Tage vorausging! Wenn Roſa ſtarb, ohne unſere Liebe gerechtfertigt und geheiligt zu wiſſen durch des Prieſters Segen? Wenn ſie die ewige Reiſe antreten ſollte, beladen mit Betrübniß und Furcht? O, wenn der Himmel es alſo be⸗
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