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Das eiserne Grab / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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der

als wir aubt ge⸗ ſich oten, Tod tzten e ge⸗ ltern Nun ihre rank⸗ twick⸗

itern

Ge⸗ ihr urde, barer

daß Tage gang ſchah ichen

mich trau⸗ auf ein

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unklarer Gedanke von Angſt oder Betrübniß in mir aufſtieg, ſchaute ſie mir halb flehend, halb verweiſend in's Auge und führte mich unwiderſtehlich zur Ver⸗ achtung des körperlichen Todes und zum unbe⸗ wölkten Glauben an das ewige Leben der Seele urück.

Herr und Frau Pavelyn erkannten mit äußerſter Bedrückung, daß ſie ſich zu einer eiteln Hoffnung hatten verleiten laſſen. So oft ſie ihr Kind anſahen und, ſo zu ſagen, Stunde für Stunde den ſchnellen Fortſchritt der Krankheit beobachteten, drang ein Strom von Thränen aus ihren Augen. Aber all⸗ mälig beugten auch ſie ſich unter den mächtigen Einfluß von Roſa's unendlichem Vertrauen und von der unwiderſtehlichen Klarheit ihres Geiſtes. Sie ſchienen endlich mit einiger Gelaſſenheit das verhäng⸗ nißvolle Scheiden zu erwarten und weinten nicht mehr ſo unaufhörlich.

Inzwiſchen wurde Alles mit großer Eile für unſere Heirath in Bereitſchaft geſetzt. Herr Pave⸗ lyn that alle nöthigen Schritte, um die Friſt, welche von Geſetz und Kirche vorgeſchrieben iſt, ſo viel als möglich abzukürzen; denn wiewohl Roſa uns die Verſicherung gab, daß ſie zum Mindeſten den feier⸗ lichen Tag noch erleben werde, begannen wir doch zu fürchten, der Tod möchte ſie unverſehens über⸗ raſchen, ehe ihr letzter Wunſch erfüllt wäre.

Roſa wollte an dieſem Tage ſchön ausſehen, ſchön und fröhlich, wie es einer Braut geziemt. Mit welcher kindlichen Freude ſprach ſie mit uns von den Kleidern, die man jetzt für ſie in der Stadt machen ließ, und von den Juwelen, welche ihre