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Das eiserne Grab / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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verfolgte, und ich ſuchte von ihr zu erfahren, was ſie ſo bekümmerte; aber ſie wich, nicht ohne Ver⸗ legenheit, der gewünſchten Erklärung aus und wider⸗ ſtand meinem Andringen zwei Tage lang, indem ſie vergeblich ſich beſtrebte, mich glauben zu machen, ihre Schwermüthigkeit wäre die Folge einer krank⸗ haften Erregung.

Am Morgen des dritten Tages fand ich ſie in

dem mit Kiſſen belegten Lehnſtuhl unter dem Schat⸗ ten der Linde ſitzend. Sie war allein. Ich fragte

ſie, wie ſie ſich befinde und ob die nächtliche Ruhe

ſie erquickt habe. So ſprachen wir einige Augen⸗ blicke über ihre Krankheit; aber ich entdeckte vald, daß ihre Gedanken auf etwas Anderes gerichtet wa⸗ ren und ſie nur zerſtreut auf meine Worte horchte.

Roſa, ſeufzte ich mit vorwurfsvoller Betrüb⸗ niß,Du haſt ein Geheimniß vor mir? Es macht Dir Etwas Kummer, und Du weigerſt mir meinen Theil an Deinen Schmerzen!

Nein, Leo, antwortete ſie,ich habe kein Ge⸗

heimniß vor Dir und wollte allein ſein, um Dir zu erklären, welche Bekümmerniß mir den Frieden des Herzens geraubt hat. Es iſt etwas Schreckliches um die Furcht, welche ſeit einigen Tagen mich befallen und zu einer unüberwindlichen Angſt ſich geſteigert hat. Ich habe eine Bitte an Dich zu richten, um

ein großes Opfer Dich zu erſuchen. Du wirſt es

gewähren, nicht wahr, Leo?

Ich verſicherte ſie, es wäre mir Nichts zu ſchwer, um ihren geringſten Wunſch zu erfüllen, und ſah der angekündigten Offenbarung mit einer gewiſſen Aengſt⸗ lichkeit entgegen.

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