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geweſen wäre. Und welche Kunſt, welches eindring⸗ liche Gefühl entwickelte ſie nicht, um jeden in mir aufwallenden Zweifel zu erſticken! Ich brauchte nicht zu ſprechen; ſie las meine Gedanken mir aus den Augen, ſie ſah meine Empfindungen vorher und hörte die Schläge meines Herzens, denn ſie antwor⸗ tete auf meine Bedenklichkeiten, bekämpfte meine Un⸗ gewißheit und drückte meinen Zweifel nieder, ehe ich nur gewahr wurde, welche Vorſtellungen in mei⸗ nem Geiſte aufzutauchen im Begriff waren. Seitdem auf ſolche Weiſe unſere Seelen zu einer
völligen Harmonie gelangt waren, verdunkelte nie 8 8
mehr die mindeſte Trauer unſer Gemüth. Es lag in unſerem Geſpräche etwas Himmliſches, etwas Uebermenſchliches, das uns nicht ſelten ſo weit der Wirklichkeit entrückte, daß wir redeten, als wären unſere Seelen bereits unzertrennlich in dem ewigen Vaterlande vereinigt geweſen.
Eines Tages jedoch ſchien Roſa träumeriſch und zum Stillſchweigen geneigt. Wenn es mir auch glückte, ein Lächeln auf ihre Lippen zu rufen, ver⸗ ſchwand dieſes günſtige Zeichen augenblicklich wieder von ihrem Angeſicht. Sie ſchien zerſtreut, und es war ſichtbar, daß es ihr nicht ſo gut ging, wie in den letzten Tagen.
Ihre Eltern glaubten der Beſorgniß Raum geben zu müſſen, daß die Beſſerung, welche ſie in Roſa's Zuſtande entdeckt hatten, eine Unterbrechung erlitte. Das edle Mädchen that ſich große Gewalt an und gab Fröhlichkeit und Vertrauen vor, nur um die Mutter zu tröſten.— Ich las jedoch wenigſtens in ihren Augen, daß ein vorherrſchender Gedanke ſie


