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was mir widerfahren war. Um mich zu einer aus⸗
führlichen Erzählung zu bewegen, verſicherte ſie, es gebe kein kräftigeres Mittel zur Heilung eines Kran⸗ ken, als daß man ihn ſeine Krankheit vergeſſen mache. So lange ich ſprach, unterbrach ſie mich durch heitere Bemerkungen und geiſtreiche Einfälle und zeigte ſich ſo aufgeräumt und ſo munter, daß ich endlich zu glauben anfing, ich habe mich unrechter Weiſe erſchreckt, und es ſeien Gründe vorhanden, um mit großem Ver⸗ trauen ihrer ſchleunigen Geneſung entgegenzuſehen.
Herr und Frau Pavelyn hörten mit einem Strahle des Glücks in den Augen zu; und es war deutlich ſichtbar, daß ſie noch in größerem Maaße als ich zu den ſeligſten Hoffnungen ſich verleiten ließen.
Mein Wohlthäter nahm an der Unterhaltung Theil. Er zeigte ſich äußerſt freundlich und ver⸗ ſicherte mir zu wiederholten Malen, daß er trotz ſei⸗ nes Verdruſſes niemals aufgehört habe, mich zu achten und zu lieben.
Da ich ſehr ſpät am Nachmittag in Bodeghem angekommen war, ſo begann das Tageslicht im Zim⸗ mer bereits der Abenddämmerung zu weichen, als wir in einem ſüßen, troſtvollen Geſpräche unſere Be⸗
ſorgniß und unſern Schmerz beinahe vergeſſen hatten.
Roſa erregte unſere Verwunderung durch ihren Lebens⸗ muth und ihre Aufgeräumtheit. Ihre Lippen hatten unter dem Andringen eines wärmeren Blutes ſich höher gefärbt; ihre Augen glänzten von Freude, und es lag in ihren Geberden und Worten ſo viel Leich⸗ tigkeit und Kraft, daß kein anderes Zeichen ihres Krankſeins übrig blieb, als die äußerſte Magerkeit ihrer Wangen und ihrer Glieder.


