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Das eiserne Grab / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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hatte ich die zwei erſten Zeilen davon geleſen, ſo

legte ſich ein Flor über meine Augen; ich ſtieß einen

ſchneidenden Schrei aus, meine Beine brachen unter nir zuſammen und ich ſank am Fuße meines Bildes nieder.

Mein Meiſter nahm mich in ſeine Arme; der Diener, welcher den Brief gebracht hatte, griff nach einer Kanne Waſſer und wollte mir die Stirne be⸗ netzen; aber ich hatte das Bewußtſein nicht ganz verloren und machte ihm ein Zeichen, mich ein Bis⸗ chen zu Athem kommen zu laſſen. Ich konnte nicht glauben, was das Schreiben, welches noch offen zu meinen Füßen lag, mir geſagt hatte, und meine erſte Bewegung war, daſſelbe zu ergreifen und von Neuem unter meine Augen zu bringen. Ich las mit lauter Stimme die ſchrecklichen Worte, die mir vor Kummer und Schrecken faſt eine Ohnmacht zu⸗ gezogen hatten:

„Komm, komm, eilig, Leo! Ach, ſie geht mit ſchnellen Schritten dem Tode entgegen. Eine ein⸗ zige Hoffnung bleibt uns noch übrig: Deine Gegen⸗ wart kann ihr vielleicht noch das Leben retten. Komm, meine arme Roſa ruft nach Dir Tag und Nacht!“

Ich las nicht weiter. Mit einem neuen Schrei riß ich den grauen Kittel vom Leibe und griff nach meinen Kleidern.

„Aber was fehlt Ihnen? Was wollen Sie thun?“ rief mein Meiſter, erſchrocken über die Wildheit mei⸗ ner Bewegungen.

„Abreiſen, ich muß abreiſen!“ rief ich.„Sie ſtirbt! Sie ruft mich! Leben Sie wohl!“

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