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Das eiserne Grab / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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zu werden, und in meinen Jahren ändert man ſeine Augen und ſeinen Geiſt nicht mehr. Es iſt mir unmöglich, dem Bankier Genüge zu leiſten, und dennoch würde es mich in hohem Grade betrüben, Etwas an ſeiner Achtung und ſeiner hohen Gönner⸗ ſchaft zu verlieren.“

Es erfolgte eine kurze Stille.

„Aber, mein braver Junge,“ fragte mein Meiſter plötzlich,„wenn ich Sie einmal erſuchte, ein Modell nach Ihrer Art zu machen, würden Sie wohl im Stande ſein, demſelben den Stempel Ihres Gefühls über die chriſtliche Kunſt aufzudrücken?“

„Ich wage es zu hoffen, wenigſtens dem Ge⸗ danken nach,“ war meine Antwort.„Was die For⸗ men und die Harmonie der Theile betrifft, ſo wird Ihre Meiſterhand ändern und verbeſſern müſſen, denn hierin bin ich noch ſchwach und unerfahren.“

„Ah, ſo verſtand ich natürlich die Sache,“ rief der Bildhauer.„Nun, das iſt nicht ſchlecht ausge⸗ dacht. Morgen reiſe ich nach Bordeaux mit ſämmt⸗ lichen Stücken des fertigen Altars. Um die Auf⸗ ſtellung in der Kirche zu leiten, werde ich wohl acht Tage abweſend bleiben. Nun iſt oben im dritten Stock ein Zimmerchen, wo ich bisweilen arbeite. Ich werde den nöthigen Lehm dorthin bringen laſ⸗ ſen. Da werden Sie Ihr Modell machen. Eine Klingel iſt da; ein Lehrjunge wird auf Ihren Ruf kommen, um Ihre Befehle in Empfang zu nehmen. Sie werden den Schlüſſel zu dem Zimmerchen zu ſich ſtecken. Ich werde verbieten, daß Sie Jemand ſtöre. Sie werden Ihre Zeit wahrnehmen und Ihr Modell ausarbeiten, ſo weit es Ihnen möglich iſt.